Vom Sommercamp im Garten der Kennedys zur weltumspannenden Bewegung
Special Olympics ist die weltweit grösste Sportbewegung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung und wurde 1968 von Eunice Kennedy Shriver – einer Schwester des damaligen US Präsidenten John F. Kennedy – gegründet.
Alles begann mit einem einfachen «Genug!» von Eunice Kennedy Shriver. Und mit einem Sommercamp im eigenen Garten.
In den frühen 1960er-Jahren hörte sie immer wieder dieselbe Geschichte: Eltern von Kindern mit kognitiver Beeinträchtigung fanden keinen Platz in Ferienlagern, keine Angebote im Schulsystem, keine Chance auf unbeschwerte Sommererlebnisse. Eines Tages sagte sie schlicht: «Genug.» und öffnete ihren eignen Garten. Sie stellte Bälle, Schwimmbecken und Pferde bereit – und lud Kinder mit kognitiver Beeinträchtigung ein, gemeinsam zu spielen, zu lachen und voneinander zu lernen. Dieses erste Camp Shriver zeigte: Sport kann Barrieren überwinden, Potenziale sichtbar machen und Leben verändern.
Aus diesem einen Lager entstand die weltumspannende Bewegung Special Olympics. Die ersten Summer Games fanden 1968 in Chicago statt. Heute umfasst das Angebot 37 Sommer- und Wintersportarten. 3.6 Mio. Athletinnen und Athleten aus 193 Ländern, knapp 530’000 registrierte Familienmitglieder, 367‘000 Coaches und 777’670 Volunteers gehören zur Bewegung.
Die vollständige Geschichte finden Sie unter den folgenden Links
Special Olympics in der Schweiz
Bereits in den 1980er Jahren setzte sich eine Gruppe engagierter Persönlichkeiten dafür ein, Sport für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung anzubieten. Special Olympics Switzerland wurde aber erst 1995 als Stiftung gegründet. Die erste Geschäftsführerin war Yolande Nick.
1980er Jahre
Erste Sportangebote für Menschen mit Beeinträchtigung unter der Leitung von Regina Müller
1990
Erste Schweizer Delegation an den Special Olympics European Summer Games in Glasgow
1995
Akkreditierung als offizielles Special Olympcis Programm und Gründung von Special Olympcis Switzerland als Stiftung unter der Leitung von Yolande Nick
1998 / 2000
Erste National Summer Games in Zofingen und National Winter Games in Airolo
2011
Neue Geschäftsleitung mit Bruno Barth
2012
Einführung des Programms „Special Trainings“ und erste Kooperationen mit Regelsportvereinen und Breiensportanlässen für die Schaffung von inklusiven Sportangeboten (später bekannt als Unified Trainings und Unified Events)
2022
Zuschlag von Special Olympics International für die Austragung der World Winter Games Switzerland 2029
2024
Auslagerung der Abteilung „Inclusive Sport“ in den unabhängigen Verein Swiss Inclusive Sport, um den Aufbau von inklusiven Sportangeboten für alle weiter ausdehnen zu können.
2025
Einführung des Porgramms „Health“ umd das körperliche und sozial-emotionale Wohlbefinden von Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung zu verbessern und sie wirksam in Gesundheits-, Pflege- und Wellnesssysteme zu integrieren.
Ausarbeitung eines Positionspapiers, das die Haltung und die Vision von Special Olympics festlegt, insbesondere in Bezug auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
1960er Jahre
1968 fanden in Chicago die ersten Internationalen Special Olympics Sommerspiele statt – eine Initiative der Kennedy Foundation und des Chicago Park District. Unter den Mitbegründer:innen waren Eunice Kennedy Shriver, die Olympiasiegerin Rafer Johnson sowie zahlreiche Fachleute aus Sport und Wissenschaft. Im gleichen Jahr wurde Special Olympics offiziell gegründet. Damit wurde der Grundstein für die heute weltweit grösste Sportbewegung für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung gelegt.
1970er Jahre
In den 1970ern wuchs Special Olympics rasant: Immer mehr Athlet:innen aus aller Welt nahmen teil, 1977 fanden die ersten Winter Games in den USA statt. Prominente Unterstützer:innen wie Muhammad Ali oder Barbra Streisand machten die Bewegung bekannt – und die Spiele wurden erstmals von grossen TV-Sendern übertragen.
1980er Jahre
Die 1980er brachten weltweite Aufmerksamkeit: Der Law Enforcement Torch Run wurde gestartet und wuchs zum grössten Fundraising-Event von Special Olympics. 1988 erfolgte die offizielle Anerkennung durch das IOC – und mit Unified Sports begann ein neues Kapitel der Inklusion. Auch kulturell setzte die Bewegung Zeichen: Das Benefiz-Album A Very Special Christmas wurde ein weltweiter Erfolg.
1990
In den 1990ern wurden die Spiele erstmals ausserhalb der USA ausgetragen – 1993 in Schladming und Salzburg. 1995 folgte ein Durchbruch: Mit dem Host Town Program und Healthy Athletes® entstanden neue Kerninitiativen, und erstmals wirkten Athlet:innen als zertifizierte Offizielle mit. Spätestens jetzt waren die World Games ein weltweites Ereignis, das Staatsoberhäupter und hunderttausende Zuschauer:innen anzog.
2000er Jahre
Die 2000er standen im Zeichen des Wachstums und der globalen Sichtbarkeit: Mit der „Campaign for Special Olympics“ wurde die Athletenzahl weltweit massiv gesteigert. In China entzündeten Athlet:innen gemeinsam mit Arnold Schwarzenegger die Flame of Hope an der Chinesischen Mauer. Neue Initiativen wie der Global Athlete Congress und das Schulprogramm So Get Into It® stärkten Mitbestimmung und Bewusstsein für Inklusion – während in Afrika Nelson Mandela die Bewegung unterstützte.
2010er Jahre
Nach dem Tod von Gründerin Eunice Kennedy Shriver wurde 2010 erstmals der Eunice Kennedy Shriver Day in über 100 Ländern gefeiert – ein weltweites Zeichen für Inklusion. Im selben Jahr fand der erste Global Congress in Marokko statt. 2011 nahmen über 6’000 Athlet:innen aus 170 Ländern an den World Summer Games in Athen teil. Auch Kooperationen mit Profisport, etwa beim Unified Basketball mit der NBA, stärkten die Sichtbarkeit der Bewegung.
